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Essen aus Einsamkeit: Wenn Süßigkeiten zum Gefährten werden

Geöffnete Kommodenschublade voller Süßigkeiten im warmen Abendlicht – Symbolbild für Essen aus EinsamkeitAufzählung Icon
Monika Gungl Portrait
Ein Blogbeitrag von:
Monika Gungl
Letzte Änderung:
13. August 2026
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Es ist Abend. Die Wohnung ist still. Der Fernseher läuft, und fast wie von selbst wandert die Hand zur Schublade, zum Vorrat, zum Süßen. Nicht, weil der Magen knurrt – sondern weil sonst niemand da ist.

Wenn du das kennst, bist du nicht schwach und nicht undiszipliniert. Du erlebst etwas zutiefst Menschliches, für das es sogar einen Namen gibt: Essen aus Einsamkeit. In diesem Beitrag möchte ich dir erzählen, was wirklich dahintersteckt – anhand der Geschichte einer Frau, die ich nie vergessen werde.

Wenn der Hunger gar kein Hunger ist

Wir haben nur ein einziges Wort – Hunger – für sehr verschiedene Dinge. Da ist der echte, körperliche Hunger, der uns sagt, dass der Körper Nahrung braucht. Und da sind die anderen: der Hunger nach Nähe, nach Trost, nach einem Menschen, der abends fragt, wie der Tag war.

Alle fühlen sich ähnlich an – wie ein Ziehen, eine Leere, ein Griff nach irgendetwas. Und wir haben gelernt, sie alle auf dieselbe Weise zu beantworten: mit Essen. Weil Essen der schnellste, verlässlichste Trost ist, den es gibt. Es ist sofort da. Es fragt nichts. Es sagt nie ab.

Nur wird ein Hunger, der nicht dem Körper gehört, durch Essen niemals wirklich satt.

Die Geschichte einer Schublade voller Süßigkeiten

Eine Frau kam zu mir, weil sie abnehmen wollte. Das Gehen fiel ihr schwer, die Knie schmerzten. Doch als wir über ihr Essen sprachen, passte etwas nicht zusammen – ihre Essgewohnheiten allein erklärten dieses Gewicht gar nicht.

Erst als wir auf ihr Leben schauten, öffnete sich die eigentliche Tür. Vor einigen Jahren war ihr Mann gestorben, kurz darauf war ihr jüngstes Kind ausgezogen. Diese Frau hatte ihr Leben lang gern gekocht, für andere gesorgt, Menschen um sich gehabt. Und auf einmal, sagte sie, war alles um sie herum so leer. Niemand, für den sie kochen konnte. Niemand, mit dem sie Freude und Kummer teilen konnte.

Wenn ich Süßigkeiten kaufe, kaufe ich mir einen Gefährten

Im Coaching hielt sie einmal mitten im Satz inne und sagte etwas, das mir bis heute geblieben ist:

„Wenn ich Süßigkeiten kaufe, ist es, als würde ich mir einen neuen Freund kaufen. Einen Gefährten.“

Da war es ausgesprochen. Es ging nie um die Schokolade. Es ging um Gesellschaft. Um jemanden, der abends da ist. Das Süße war der leiseste, verlässlichste Gefährte, den sie finden konnte – einer, der nichts fragt und nie absagt.

Als dann die Schmerzen sie eine Weile zu Hause festhielten und die Freundinnen in ihren eigenen Leben eingespannt waren, füllte sie ihre Abende mit Serien – und dazu passte etwas Süßes. Erst ein Keks, ein Stück Schokolade. Bis sie eines Tages bemerkte, dass sich eine ganze Kommodenschublade mit Süßigkeiten gefüllt hatte, die immer griffbereit lag.

Warum wir die Leere mit Süßem füllen

Essen war für uns alle der allererste Trost. Als Babys wurden wir gehalten, gewärmt – und genährt, alles im selben Moment. Nähe und Nahrung waren von Anfang an dasselbe. Kein Wunder, dass wir bis heute nach Essen greifen, wenn uns in Wirklichkeit etwas ganz anderes fehlt.

Bei Einsamkeit ist das besonders stark. Wir sind soziale Wesen; das Gefühl, nicht dazuzugehören, tut körperlich weh. Und Süßes lindert diesen Schmerz für einen Moment – zuverlässig, sofort, ohne dass wir jemanden darum bitten müssen.

Aber – und das ist der Kern – Essen tröstet nur den Boten. Die Botschaft beantwortet es nicht. Die Einsamkeit wird für einen Augenblick leiser und kehrt dann zurück, weil niemand sie wirklich gehört hat. Und mit ihr der Griff zur Schublade.

Deshalb schaue ich in meiner Arbeit als Ernährungsberaterin und Coach nie nur auf den Teller. Ein Mensch ist so viel mehr als das, was er isst. Wer wirklich verstehen will, warum er isst, muss auf das ganze Leben schauen – auf die Gefühle, die Geschichte, die stillen Abende.

Was bei Essen aus Einsamkeit wirklich hilft – und was nicht

Der gängige Rat lautet: mehr Disziplin, weniger Süßes, reiß dich zusammen. Bei Essen aus Einsamkeit ist das ungefähr das Wirkungsloseste, was man tun kann. Denn wer der einsamen Frau die Schublade wegnimmt, nimmt ihr den einzigen Gefährten – und lässt die Einsamkeit unberührt.

Was wirklich hilft, beginnt an einer anderen Stelle. Nicht bei der Frage „Wie höre ich mit dem Naschen auf?“, sondern bei der Frage: „Wonach hungere ich, wenn ich abends zur Schublade gehe?“

Bei meiner Klientin gab es einen Wendepunkt. Wochen später erzählte sie mir strahlend, sie habe jemanden kennengelernt, eine neue Freundin, mit der sie zum Abendessen verabredet war. Sie war so beschwingt, dass sie sogar eine ihrer Töchter anrief.

„Als ich vom Abendessen nach Hause kam, war ich so glücklich, dass ich meine Gefährten in der Schublade völlig vergessen hatte.“

In dem Moment, in dem das Echte da war, verlor der Ersatz seine Macht. Wir haben danach noch lange an diesen Abenden gearbeitet. Die Schublade leerte sich, füllte sich wieder, eine neue Einsicht, ein neuer Satz – bis sie eines Tages ganz leer blieb. Nicht, weil sie sich das Süße verboten hätte. Sondern weil das, wonach sie wirklich gehungert hatte, endlich einen anderen Platz an ihrem Tisch gefunden hatte.

Ein erster, kleiner Schritt für dich

Wenn du das nächste Mal aus Einsamkeit oder Langeweile zur Schublade greifst, musst du dich nicht bremsen. Halte nur einen Atemzug lang inne und sag dir leise, was gerade wirklich da ist: „Ich bin einsam.“ Mehr nicht. Du darfst danach trotzdem essen. Aber das Gefühl beim Namen zu nennen, ist der erste ehrliche Schritt – der erste andere Gefährte, den es gibt.

Du musst da nicht allein durch

Essen aus Einsamkeit ist keine Charakterschwäche. Es ist eine sehr menschliche, sehr alte Art, sich zu trösten – die einmal vielleicht die einzige war, die zur Verfügung stand. Du darfst ihr sogar danken. Und du darfst, ganz langsam, andere Wege daneben stellen.

Genau das schauen wir uns in meiner Begleitung gemeinsam an: nicht den Teller, sondern dich – deine Geschichte, deine Abende, das, wonach du wirklich hungerst. Wenn du magst, lernen wir uns in einem kostenlosen Erstgespräch kennen. Ganz ohne Druck. Nur ein erster Schritt weg von der Schublade – und hin zu dir.

Und du?

Kennst du diese Abende, an denen du eigentlich nicht nach etwas Süßem, sondern nach Nähe, Gesellschaft oder Trost hungerst? Schreib mir gern in die Kommentare, was dich in solchen Momenten zur Schublade oder zum Kühlschrank führt. Manchmal verändert sich schon etwas, wenn wir erkennen und aussprechen, wonach wir wirklich hungern.

Sicher dir jetzt ein kostenloses Erstgespräch!

Monika Gungl Portrait

Über Monika Gungl

Ich bin Monika Gungl, eine leidenschaftliche Therapeutin, Coach und Ernährungsberaterin. Mit einem ganzheitlichen Ansatz in der Psychologie begleite ich dich liebevoll auf deinem Weg zur persönlichen Entwicklung. Meine Erfahrung und mein Streben nach kontinuierlicher Weiterbildung ermöglichen es mir, dich dabei zu unterstützen, deine Ziele zu erreichen und die beste Version von dir selbst zu entfalten.

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir an deinem persönlichen Wachstum zu arbeiten!

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