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Longevity und Verbundenheit: Warum Einsamkeit krank macht – und echte Nähe länger leben lässt

Menschen in warmer Verbindung am Tisch – warum Einsamkeit der Gesundheit schadet und Verbundenheit länger leben lässtAufzählung Icon
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Ein Blogbeitrag von:
Monika Gungl
Letzte Änderung:
12. September 2026
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Wenn es um ein langes, gesundes Leben geht, denken die meisten an Ernährung, Bewegung, Schlaf. An Blutwerte, Cholesterin, Gewicht. Was kaum jemand auf dieser Liste hat, ist ausgerechnet der Faktor, den die Forschung als einen der stärksten überhaupt identifiziert hat: unsere Beziehungen.

Die berühmte Harvard-Studie, die Menschen seit 1938 über ihr ganzes Leben begleitet, kam zu einem Ergebnis, das viele überrascht. Der beste Vorhersagewert dafür, wie gesund jemand mit achtzig ist, war nicht sein Cholesterinspiegel mit fünfzig. Es war, wie zufrieden er mit fünfzig mit seinen Beziehungen war. Verbundenheit, so scheint es, ist kein schönes Extra für ein langes Leben. Sie ist ein Fundament.

Und die Kehrseite ist ebenso deutlich – und sie ist erschreckend.

Was Einsamkeit im Körper anrichtet

Einsamkeit ist kein bloß trauriges Gefühl, das man aushält. Sie ist ein körperlicher Zustand mit messbaren Folgen. Eine große Auswertung von fast 150 Studien unter der Einsamkeitsforscherin Julianne Holt-Lunstad ergab, dass chronisch einsame oder sozial isolierte Menschen ein rund 30 Prozent höheres Sterberisiko haben. Der Vergleich, der seither um die Welt geht: Einsamkeit schadet der Gesundheit etwa so sehr wie das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag. Im Alter erhöht sie das Risiko für Demenz um fast 40 Prozent, und eine Harvard-Untersuchung an 12.000 Menschen über fünfzig zeigte, dass chronische Einsamkeit das Schlaganfallrisiko um mehr als die Hälfte steigert.

Warum ist das so? Weil Einsamkeit im Körper wie Dauerstress wirkt. Wer sich einsam fühlt – und es reicht das Gefühl, unabhängig davon, wie viele Menschen tatsächlich um einen herum sind –, hat nachweislich einen erhöhten Cortisolspiegel. Das Nervensystem schaltet in eine ständige Alarmbereitschaft, als wäre man in Gefahr. Diese chronische Anspannung fördert Entzündungen, erhöht den Blutdruck, schwächt das Immunsystem, stört den Schlaf. Der Körper eines einsamen Menschen lebt in einem Zustand, in dem er nicht heilen, nicht regenerieren, nicht ruhen kann. Kein Wunder, dass er schneller altert.

Und ein Detail dieser Forschung ist für viele Frauen, mit denen ich arbeite, besonders bedeutsam: Eine große Studie an fast 58.000 Frauen nach den Wechseljahren zeigte, dass Einsamkeit und soziale Isolation in dieser Lebensphase das Herz-Kreislauf-Risiko um mehr als ein Viertel erhöhen. Gerade in einer Zeit, in der sich das Leben ohnehin verändert – die Kinder gehen, Beziehungen wandeln sich, manchmal stirbt ein Partner –, wiegt Einsamkeit körperlich besonders schwer. Der Psychologe C. G. Jung nannte diese Phase den Nachmittag des Lebens: eine Zeit, in der die alten Rollen, die uns ein Leben lang Halt gaben, leiser werden – und in der die Frage, wer wirklich zu uns gehört, plötzlich unausweichlich wird.

Einsam unter Menschen: der Unterschied, den fast alle übersehen

Hier möchte ich einen Unterschied machen, den die meisten Ratgeber überspringen – und der für alles Weitere entscheidend ist. Die Forschung unterscheidet zwischen sozialer Isolation und Einsamkeit. Isolation ist objektiv: wenige Kontakte, ein kleines Netzwerk. Einsamkeit dagegen ist ein subjektives Gefühl – die Kluft zwischen den Beziehungen, die man sich wünscht, und denen, die man tatsächlich hat.

Das bedeutet etwas Wichtiges: Man kann von Menschen umgeben und trotzdem zutiefst einsam sein. Viele Frauen kennen das. Sie haben eine Familie, Kollegen, hunderte Kontakte am Handy – und fühlen sich doch nicht gesehen. Studien zeigen sogar, dass Kontakte über soziale Medien, zu Menschen, die man nicht persönlich kennt, die Einsamkeit eher verstärken als lindern. Es geht also nicht um die Zahl der Menschen in deinem Leben. Es geht darum, ob dich jemand wirklich kennt. Ob du bei jemandem sein darfst, wie du bist.

Und genau darum greift der übliche Rat – „such dir mehr Kontakte, tritt einem Verein bei“ – oft zu kurz. Man kann sich einem Verein anschließen und einsam bleiben. Die eigentliche Frage ist eine andere.

Verbundenheit beginnt bei dir selbst

Ich denke dabei an eine Frau, die vor einiger Zeit zu mir kam – Mitte fünfzig, eine, wie ich sie in meiner Praxis oft erlebe. Verheiratet, zwei erwachsene Kinder, ein voller Kalender, ein Handy, das nie stillstand. Nach außen war ihr Leben voller Menschen. Sie kam wegen ihres Gewichts, wegen des Essens am Abend. Aber schon im ersten Gespräch sagte sie einen Satz, der alles erklärte: „Ich bin nie allein – und trotzdem habe ich seit Jahren mit niemandem wirklich gesprochen.“ Sie war die, die für alle da war. Die Starke, die Organisierende, die, die zuhört. Niemand fragte je, wie es ihr ging – und sie hätte es auch nicht gewusst zu sagen. Abends, wenn das Haus still wurde, füllte sie diese Stille mit Essen. Es war, wie sie es nannte, „das Einzige, das abends nur für mich da ist“. Wir haben in unserer Arbeit nicht an ihrem Essen gearbeitet. Wir haben daran gearbeitet, dass sie sich selbst wieder kennenlernt – und dann einem einzigen Menschen zeigt, wer sie unter all den Rollen ist. Der Abend, an dem sie zum ersten Mal einer Freundin erzählte, wie einsam sie sich fühlte, war der Abend, an dem sie die Schokolade vergaß. Nicht, weil sie sich beherrschte. Sondern weil sie an diesem Abend gesehen worden war.

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Menschen, die sich unter anderen einsam fühlen, sind zuerst einmal von sich selbst entfernt. Sie tragen ein Leben lang Masken – die Starke, die Fürsorgliche, die, die immer funktioniert –, und irgendwann kennt niemand mehr den Menschen dahinter. Auch sie selbst nicht. Wie soll jemand mich wirklich sehen, wenn ich mich selbst hinter einer Rolle verstecke?

Echte Verbundenheit setzt deshalb etwas voraus, das vor allen Kontakten kommt: die Verbindung zu sich selbst. Zu wissen, wer ich bin, was ich fühle, was ich brauche. Erst wer sich selbst wieder spürt, kann sich einem anderen Menschen wirklich zeigen – und erst dann entsteht die Art von Nähe, die nicht nur die Seele wärmt, sondern nachweislich den Körper heilt. Das ist der Unterschied zwischen hundert Bekannten und einem Menschen, bei dem man aufatmet.

Wenn die Einsamkeit sich an den Tisch setzt

Es gibt noch einen Zusammenhang, den ich in meiner Arbeit fast täglich erlebe, und der in keiner Longevity-Studie steht: Einsamkeit ist einer der stärksten Auslöser für emotionales Essen. Wenn niemand da ist, mit dem man den Abend teilt, füllt oft das Essen die Leere. Nicht aus Hunger, sondern aus dem Bedürfnis nach Gesellschaft, nach Wärme, nach etwas, das da ist. Ich habe darüber ausführlich geschrieben, wie Essen aus Einsamkeit entsteht – und warum es keine Schwäche ist, sondern ein Ruf nach Verbindung.

So schließt sich der Kreis: Einsamkeit belastet den Körper direkt über Stress und Cortisol – und indirekt über das Essen, mit dem wir sie zu stillen versuchen. Beides zusammen macht sie zu einem der größten, aber am wenigsten beachteten Longevity-Risiken. Und beides löst sich nicht über den Teller, sondern über echte Verbindung. Wer wieder Menschen hat, bei denen er wirklich ankommt, braucht das Essen als Gesellschaft nicht mehr.

Was Verbundenheit für dein langes Leben bedeutet

Wenn du magst, dann schau einmal ehrlich auf die Beziehungen in deinem Leben – nicht auf ihre Zahl, sondern auf ihre Tiefe. Bei wem kannst du du selbst sein, ohne eine Rolle zu spielen? Bei wem atmest du auf, wenn ihr euch seht? Und umgekehrt: Wo hältst du nur noch aus Gewohnheit Kontakt, obwohl er dich leer zurücklässt?

Die Forschung ist hier eindeutig: Ein einziger Mensch, bei dem du wirklich gesehen wirst, wiegt mehr als hundert Bekanntschaften. Verbundenheit zu pflegen – die zu sich selbst und die zu wenigen, echten Menschen – ist keine Nebensache für ein langes Leben. Es ist, neben allem, was du für deinen Körper tust, vielleicht das Wichtigste. Wie all diese Ebenen – Körper, Seele, Beziehungen und Sinn – zusammen über ein gesundes Älterwerden entscheiden, liest du in meinem ganzheitlichen Longevity-Überblick. Und warum auch ein echtes eigenes Warum dazugehört, findest du in meinem Beitrag über Ikigai und das Warum.

Ein erster kleiner Schritt

Nimm dir diese Woche einen einzigen Menschen vor, bei dem du dich wirklich wohl fühlst – und melde dich. Nicht mit einer Nachricht, sondern mit einem Anruf oder einem Treffen. Und wenn dir niemand einfällt, ist auch das eine wichtige Antwort. Dann beginnt der Weg vielleicht nicht bei den anderen, sondern bei dir: bei der Frage, wer du unter all deinen Rollen eigentlich bist – und wem du das zeigen möchtest.

Häufige Fragen zu Einsamkeit und Gesundheit

Ist Einsamkeit wirklich so gefährlich wie Rauchen?

Die Forschung sagt: ja, in der Größenordnung. Eine Auswertung von rund 150 Studien zeigt ein etwa 30 Prozent höheres Sterberisiko bei chronisch einsamen Menschen – vergleichbar mit dem Rauchen von 15 Zigaretten am Tag oder mit Alkoholmissbrauch.

Warum macht Einsamkeit körperlich krank?

Weil sie im Körper wie Dauerstress wirkt. Einsame Menschen haben erhöhte Cortisolwerte und ein ständig alarmiertes Nervensystem. Das fördert Entzündungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schlechten Schlaf und ein geschwächtes Immunsystem.

Kann man einsam sein, obwohl man viele Menschen um sich hat?

Ja. Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl – die Kluft zwischen den Beziehungen, die man sich wünscht, und denen, die man hat. Viele Menschen mit großem Bekanntenkreis fühlen sich nicht wirklich gesehen. Entscheidend ist nicht die Zahl der Kontakte, sondern ihre Tiefe.

Hat Einsamkeit etwas mit emotionalem Essen zu tun?

Sehr viel. Einsamkeit gehört zu den häufigsten Auslösern für emotionales Essen: Das Essen füllt die Leere und ersetzt Gesellschaft. Deshalb lässt sich emotionales Essen oft nicht über Diäten lösen, sondern über echte Verbindung – zu sich selbst und zu anderen.

Warum betrifft das Frauen in den Wechseljahren besonders?

Eine große Studie an fast 58.000 Frauen nach den Wechseljahren zeigte, dass Einsamkeit das Herz-Kreislauf-Risiko in dieser Phase um mehr als ein Viertel erhöht. Da sich in der Lebensmitte ohnehin vieles verändert, ist es gerade dann wichtig, Verbundenheit bewusst zu pflegen.

Du musst diesen Weg nicht allein gehen

Der Weg aus der Einsamkeit beginnt selten damit, mehr Menschen zu sammeln. Er beginnt damit, wieder bei sich selbst anzukommen – und dann die Verbindungen zu finden, in denen man wirklich gesehen wird. Genau dabei begleite ich Menschen: mit einem Blick auf den ganzen Menschen, nicht nur auf ein Symptom. Wenn du spürst, dass hinter deiner Erschöpfung, deinem Essen oder deiner Unruhe eine tiefere Einsamkeit steht, dann lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch gemeinsam hinschauen.

Ich schreibe außerdem gerade an einem Buch darüber, wie unser Körper mit uns spricht – auch über den Hunger nach Nähe, den kein Essen stillen kann. Das Buch erscheint bald. Wer in meinem Newsletter ist, erfährt als Erste/r, sobald es so weit ist – hier kannst du dich eintragen.

Anmerkung: Verbundenheit lässt sich am tiefsten in Gemeinschaft erfahren. Genau dafür sind meine integralen Erfahrungs-Retreats auf Teneriffa da – ein geschützter Raum, in dem man sich, oft zum ersten Mal seit langem, wieder wirklich zeigen darf.

Und du?

Bei wem in deinem Leben kannst du ganz du selbst sein? Und wann hast du diesen Menschen zuletzt gesehen? Schreib es mir gern in die Kommentare.

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Über Monika Gungl

Ich bin Monika Gungl, eine leidenschaftliche Therapeutin, Coach und Ernährungsberaterin. Mit einem ganzheitlichen Ansatz in der Psychologie begleite ich dich liebevoll auf deinem Weg zur persönlichen Entwicklung. Meine Erfahrung und mein Streben nach kontinuierlicher Weiterbildung ermöglichen es mir, dich dabei zu unterstützen, deine Ziele zu erreichen und die beste Version von dir selbst zu entfalten.

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir an deinem persönlichen Wachstum zu arbeiten!

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