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Der Eiweiß-Mythos in den Wechseljahren: Warum Muskeln nicht im Proteinpulver stecken

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Ein Blogbeitrag von:
Monika Gungl
Letzte Änderung:
23. September 2026
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Es ist kaum ein Lebensabschnitt, um den so viel Lärm gemacht wird wie die Wechseljahre. Und für kaum etwas anderes wird so viel beworben. Proteinpulver im Shake. Kollagen im Kaffee. Kreatin im Wasserglas. Dazu die Rechnerei: so-und-so-viel Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, Kalorien tracken, jede Mahlzeit auf 30 Gramm Protein prüfen.

Und mittendrin stehst du und fragst dich: Muss das wirklich sein? Habe ich das früher gebraucht? Haben es meine Mutter und meine Großmutter gebraucht?

Nein. Haben sie nicht. Und genau da fängt die eigentliche Wahrheit an.

Was die Forschung wirklich sagt – und was die Werbung daraus macht

Fangen wir mit dem Fakt an, denn er stimmt: In den Wechseljahren verändert sich der Körper. Mit sinkendem Östrogen baut der Körper leichter Muskelmasse ab – Fachleute nennen das Sarkopenie. Muskeln sind wichtig: für Kraft, für die Knochen, für den Stoffwechsel. So weit ist alles richtig.

Aber jetzt kommt der Teil, den die Werbung gerne verschweigt. Die Sportwissenschaft ist sich hier erstaunlich einig – und das Ergebnis ist bemerkenswert klar: Es ist die Bewegung. Der Reiz. Die Belastung. Muskeln wachsen nicht, weil ein Inhaltsstoff besonders vielversprechend klingt – sie wachsen, weil sie gefordert werden. Und das Überraschende: Eine höhere Proteinzufuhr oder zusätzliche Präparate verstärken den Effekt der Bewegung nur begrenzt – ohne den Trainingsreiz bleibt das meiste davon ungenutzt.

Übersetzt heißt das: Das Entscheidende steht nicht im Regal. Kein Proteinpulver, kein Kreatin-Pot, kein Kollagen-Shake ersetzt das, was nur dein eigener Körper in Bewegung erzeugen kann. Eiweiß hat seinen Platz – am besten aus echten, vollwertigen Lebensmitteln wie proteinreichen Nüssen und Samen, gern pflanzlich. Aber es ist die Beilage, nicht der Star. Der Star bist du, wenn du dich bewegst.

Wie viel Protein du wirklich brauchst – und woher es in der Rohkost kommt – liest du hier: roh-vegane Ernährung und Protein.

Was deine Großmutter wusste, ohne es zu wissen

Denk einen Moment an die Frauen vor uns. An deine Mutter, deine Großmutter. Sie haben keine Proteinpulver geschüttet. Sie haben keine Kalorien gezählt, kein Gramm Eiweiß pro Kilogramm ausgerechnet, keine App gefragt, ob das Abendessen „erlaubt“ war.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – waren sie oft kräftiger und geerdeter, als wir es mit all unseren Rechnereien sind. Warum? Weil sie sich den ganzen Tag bewegt haben. Nicht als „Workout“, nicht als Buße, nicht als etwas, das man sich verdienen muss. Einfach, weil das Leben Bewegung war: Garten, Treppen, Wege zu Fuß, Arbeit mit den Händen. Und weil sie das Älterwerden, die Wechseljahre, als etwas Natürliches genommen haben. Nicht als Feind, den man mit Supplementen bekämpfen muss.

Wir haben etwas verloren auf dem Weg zu all den Zahlen. Und die gute Nachricht ist: Wir können es zurückholen. Es ist nicht kompliziert. Es ist das Gegenteil von kompliziert.

Du warst einmal ein Kind auf einem Spielplatz

Beobachte einmal ein Kind, das draußen spielt. Es rennt, ohne ein Ziel zu haben. Es dreht sich, bis ihm schwindlig wird, und lacht dabei. Es hüpft, klettert, tanzt zu einer Musik, die nur es selbst hört. Niemand hat ihm gesagt, dass es sich bewegen soll. Kein Plan, keine App, kein schlechtes Gewissen. Es bewegt sich aus einem einzigen Grund: weil es sich gut anfühlt, in diesem Körper lebendig zu sein.

Du warst dieses Kind. Dein Körper erinnert sich daran. Du hast diese Freude nur irgendwo versteckt – unter dem „ich müsste mal wieder Sport machen“, unter den Kalorien, unter dem Gefühl, dein Körper sei ein Projekt, das verbessert werden muss.

Also lass uns nicht über Trainingspläne reden. Lass uns über etwas anderes reden.

Der eigentliche erste Schritt: Geh raus

Geh in die Natur. In den Wald. Lauf, oder geh spazieren – egal wie weit, egal wie viele Kilometer. Vergiss die Kilometer. Vergiss die Schritte, die deine Uhr zählt. Lass das Handy zu Hause.

Und dann, während du gehst: Schau die Wolken an. Die Wellen, wenn Wasser in der Nähe ist. Die Vögel. Spür den kühlen Hauch des Windes auf deinem Arm, die Wärme der Sonne auf deinem Gesicht. Umarme einen Baum – ja, wirklich. Setz dich auf eine Parkbank und hör dem befreiten Lachen der Kinder zu. Das bist du, auch heute noch. Du hast dich nur versteckt. Hol dich hervor, und geh mit diesem kindlichen Lächeln nach draußen, um dich zu bewegen.

Am Anfang geht es nicht darum, wie viel. Es geht darum, dich wieder zu verbinden. Wieder zu lernen, es zu genießen. Und dann, irgendwann, wirst du die Kilometer nicht mehr zählen – du wirst sagen: Davon möchte ich mehr.

Und das ist schon der Anfang der Meditation

Vielleicht denkst du: „Meditieren kann ich nicht, mein Kopf ist zu voll.“ Dann hör noch einmal, was du gerade getan hast: die Wolken anschauen, den Wind auf der Haut spüren, dem Lachen der Kinder zuhören, die Sonne auf dem Gesicht.

Das ist Meditation. Genau das. Es braucht kein Kissen, keine App, keine Stille im Kopf. Es braucht nur, dass du für einen Moment ganz hier bist, in deinem Körper, in diesem Augenblick. Wer glaubt, er könne nicht meditieren, braucht genau das: rausgehen, sich bewegen, wahrnehmen. Von dort führt der Weg weiter, als du jetzt ahnst – zu einem tieferen Frieden mit dir und deinem Körper. Und wenn du magst, findest du erste Schritte in die Meditation auch in einem eigenen Beitrag.

Und dann: iss mit Genuss

Und wenn du nach Hause kommst? Nimm ein kühles Bad. Und dann iss dein Abendessen – mit Genuss.

Nicht den „Eiweiß-Teller“. Nicht den Keto-Teller, nicht den Paleo-Teller. Den mit Liebe zubereiteten Teller. Iss dich satt, wohlig satt – aber nicht bis zu dem Gefühl „ich bin voll“. Sondern bis zu dem leisen, zufriedenen: Es ist gut.

Glaub mir: Wenn du am Anfang auf diese Dinge achtest – rausgehen, wahrnehmen, mit Genuss essen –, verändert sich alles. Dein Körper. Deine Seele. Deine Beziehung zur Welt und zu dir selbst. Denn ein Lebenswandel ist keine Atomphysik. Er ist keine Rechnerei. Wir sind keine Maschinen, keine Zahlen, kein „so-und-so-viel Gramm pro Kilogramm“. Wir sind lebendige Menschen.

Ein erster kleiner Schritt

Geh heute für zehn Minuten raus. Ohne Ziel, ohne Kilometer, ohne Handy. Schau eine Sache bewusst an – eine Wolke, einen Baum, einen Vogel. Das ist alles. Kein Training, keine Leistung. Nur du und die Welt, für zehn Minuten. Und dann iss dein nächstes Essen ein bisschen langsamer, ein bisschen bewusster. Mehr braucht es nicht, um anzufangen.

Ein ehrliches Wort zu Bewegung und Kraft

Damit kein Missverständnis entsteht: Muskeln zu erhalten ist in den Wechseljahren wirklich wichtig, und die Forschung empfiehlt, zwei- bis dreimal pro Woche die großen Muskelgruppen zu fordern – das darf auch mal Widerstand sein, nicht nur Spazierengehen. Ich bin Ernährungsberaterin und integrale Begleiterin, keine Fitnesstrainerin; für einen gezielten Trainingsplan ist eine Fachperson die richtige Adresse. Was ich dir mitgeben will, ist etwas anderes: Fang nicht mit dem Plan an. Fang mit der Wiederverbindung an. Der Plan kommt von allein, wenn die Freude zurück ist.

Häufige Fragen: Eiweiß, Protein & Bewegung in den Wechseljahren

Brauche ich in den Wechseljahren Proteinpulver?

In der Regel nicht. Eiweiß ist wichtig, aber es kommt am besten aus echten, vollwertigen Lebensmitteln – tierisch oder pflanzlich. Pulver ist eine Ergänzung für Sonderfälle, kein Muss. Entscheidend für die Muskeln ist die Bewegung, nicht das Pulver.

Ist Kreatin in den Wechseljahren sinnvoll?

Kreatin wird zunehmend auch bei Frauen untersucht und kann in bestimmten Fällen unterstützen. Aber es ersetzt nicht den Trainingsreiz – ohne Bewegung bleibt auch das beste Präparat deutlich weniger wirksam. Das Entscheidende steht nicht im Regal.

Muss ich Kalorien und Eiweiß pro Kilogramm zählen?

Nein. Richtwerte können eine grobe Orientierung geben, aber sie sind keine Prüfung, die jede Mahlzeit bestehen muss. Wichtiger ist, mit Genuss zu essen, satt zu werden – und auf den eigenen Körper zu hören statt auf eine App.

Was ist wichtiger – Protein oder Bewegung?

Die Forschung ist sich einig: der Trainingsreiz ist entscheidend. Muskeln reagieren auf Belastung, nicht auf Nahrungsergänzung. Protein unterstützt, aber der Reiz durch Bewegung ist der entscheidende Faktor.

Ich habe mich lange nicht bewegt – wie fange ich an?

Nicht mit einem Plan, sondern mit einem Spaziergang. Geh raus, ohne Ziel, ohne Kilometer, ohne Handy. Nimm die Natur wahr. Es geht zuerst nur darum, dich wieder zu verbinden – der Rest kommt von allein.

Zurück zu dir – gemeinsam

Der Weg zurück zum eigenen Körper – weg von den Zahlen, hin zum Spüren – ist einfacher, als die Diätkultur uns glauben macht. Aber allein ist er manchmal schwer zu finden, weil wir das Rechnen so lange geübt haben. Genau dabei begleite ich Frauen: mit einem integralen Blick auf Körper, Seele, Bewegung und Genuss. Wenn du spürst, dass du dich wieder mit dir selbst verbinden möchtest, dann lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch den ersten Schritt gehen.

Ich schreibe außerdem an einem Buch über die Sprache des Körpers – auch darüber, wie wir die Freude an der Bewegung und am Essen zurückgewinnen. Wer in meinem Newsletter ist, erfährt als Erste/r, wann es erscheint.

Und du?

Wann hast du dich das letzte Mal draußen bewegt, einfach nur aus Freude – ohne Ziel, ohne Kilometer zu zählen? Schreib es mir in die Kommentare.

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Monika Gungl Portrait

Über Monika Gungl

Ich bin Monika Gungl, eine leidenschaftliche transpersonale, Integral psychologische Beraterin, Coach und Ernährungsberaterin. Mit einem ganzheitlichen Ansatz in der Psychologie begleite ich dich liebevoll auf deinem Weg zur persönlichen Entwicklung. Meine Erfahrung und mein Streben nach kontinuierlicher Weiterbildung ermöglichen es mir, dich dabei zu unterstützen, deine Ziele zu erreichen und die beste Version von dir selbst zu entfalten.

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir an deinem persönlichen Wachstum zu arbeiten!

Hast du Fragen oder Anmerkungen?